Ich habs hinter mir. Möchte ich meinen. Doch ich will garnicht aufhören mit diesem Urlaub.
Den letzten Tag habe ich zu drei Viertel in Nikko und ein Achtel in Shibuya verbracht. Eine gegensetzlichere Mischung gibt es wohl kaum. Mehr als ein Achtel Shibuya war einfach nicht drin und die drei Viertel Nikko waren viel zu schnell vorüber.
Nach Nikko gings per Shinkansen vom Bahnhof Tokyo aus, unterbrochen von einem Umstieg in ein lokales Bähnle in Utsonomiya. Das ganze dauert entspannte 1 1/2 Stunden und für mich überraschender Weise vollkommen kostenlos. Ich hatte vermutet mein Railpass könnte mir auch hier nicht weiterhelfen, Irrtum.
In Nikko angekommen musste ich erst einmal Frühstücken und was zu trinken besorgen, da das Wetter wirklich strahlend schön war. Auf den ersten Blick ist Nikko erst einmal anderrs als viele andere Städte, da man am Bahnhof nicht gleich von Einkaufspassagen und Busbahnhöfen begrüßt wird. Eine angenehme Ausnahme, die sonst nur noch Yufui und Miyajima zu bieten hatten.
Nach dem Frühstück, mit frischem Brot und ein wenig Obst und etwas erfrischendes zu trinken, gings in die Stadt. Oder besser gesagt, ich musste durch die ganze Stadt, da die Tempelanlagen weit entfernt von allen Bahnhöfen Nikkos liegen. Vorbei an unzähligen kleinen Shoppinggelegenheiten und allerlei verschiedener Läden kam ich dann gegen 11 Uhr am Fuße des Nikko Nationalparks an.
Der Nationalpark ist um einiges größer, als die Strecke die ich dann letztendlich geschafft habe, aber ich hatte eh keine Wanderschuhe an und wollte mir auch nur die "paar", zum Weltkulturerbe gehörenden, Tempel und Schreine anschauen. Am Eingang musste ich leider erst einmal mein Objektiv wechseln, da das neue leider mehr für weite Entfernungen und Außenaufnahmen geeignet ist und ich keine Tempel und Brücken ganz in den Sucher bekam. Mit einem der letzten 1000 Yen Scheine kaufte ich mir Zutrittsrechte für fünf Schreine oder Tempel. 200 Yen pro Objekt, garnicht schlecht. Ehrlich gesagt hatte ich natürlich beim Bezahlen keine Ahnung, wofür ich die 1000 Yen ausgeben muss. War mir auch zuerst zu teuer, aber ich will ja auch mein Geld alle kriegen und habs ja im Urlaub, nicht wahr?!
Ich überlege gerade, wie ich die anschließenden Eindrücke beschreiben kann. Ich denke das ist schwer möglich, da mir einerseits ständig alle Namen der Tempel und Schreine entgleiten und ich diesmal wirklich einfach viel zu viel zu beschreiben hätte. Die vielen verschiedenen Tempel waren unglaublich beeindruckend schön gestaltet. Hier irgendwo anzufangen ist einfach nicht möglich. Der Detailreichtum war so groß, dass ich teilweise Minutenlang eine einzige Steinlaterne anschauen musste, eh ich alle Formen und Farben richtig verarbeitet hatte.
Vielleicht eines der bekanntesten Bilder, das ich zumindest bis dato nicht Nikko oder einem seiner Tempel zugeschrieben hatte, ist das mit dem drei Affen und ihren drei Verhaltensweisen (blöd aber mir fällt momentan kein anderer Ausdruck dafür ein). "Hear no evil", "say no evil" und "see no evil". Davon allerdings gibt es in Nikko eine Menge mehr, denn dies sind nur drei der buddhistischen Lehren. Von den anderen habe ich Fotos gemacht. Die Beschreibung ebenfalls, denn das hätte ich mir nicht merken können, zumal die Bilder selbst nicht eindeutig zu interpretieren sind.
Vielleicht ein Tipp für all diejenigen, die selber einmal vorhaben Tempel oder Schreine zu besuchen und durchaus auch gewillt sind extra Eintritt für fast jeden Tempel zu bezahlen. Schuhe anziehen, die man schnell aus- und wieder anziehen kann. Ich hab jedes Mal drei Minuten mit Schuhe aus- und anziehen verbracht. Dafür sind die Böden sehr sauber und federn auf eine gewisse Art und Weise sehr angenehm die eigenen Schritte ab. Wie in einer Turnhalle beim Bodenturnen. Ich spare mir immer das Geld im Tempel und unmittelbar vorm Schrein. Dafür mache ich dann auch keine Fotos und schaue nur andächtig drein ... äh zu.
Die ganze Route dauert dann, wenn man sich nicht immer allzuviel Zeit nimmt, so wie ich, ca. 3 Stunden. Anschließend war ich vom vielen Treppen auf- und ablaufen ein wenig schwerfällig (total platt) und hab mich dann mit meiner Kamera einfach auf eine Bank gesetzt und habe Menschen fotografiert. Also mein neues Objektiv ausprobiert. Das war sehr sehr spannend. Leider ist aller Anfang schwer. Mal sehen ob die Fotos etwas geworden sind.
Dann gegen vier uhr gings langsam zurück zum Bahnhof. Dort hab ich dann gleich einen Zug bekommen und bin dann wie hin auch wieder zurückgefahren. gegen 18 Uhr war ich dann wieder in Tokyo und bin gleich durch nach Shibuya. Ich wollte mir eigentlich nur die große (weltbekannte) Kreuzung anschauen, auf der gefühlt tausende von Menschen kreuz und quer laufen, und zudem ein paar Fotos von einer Statue eines Hundes machen, der auch Jahre nach dem Tod seines Herrchens, eines bekannten Professors, noch regelmäßig zum Bahnhof kam um auf eben jenen Professor zu warten.
Der erste Eindruck war einfach atembraubend. War Nikko vor allem ruhig und naturbedingt schön, so gab es im Umkreis von 500 Metern um den Bahnhof herum scheinbar nur Menschen. Nichts anderes als Menschen. Auf die Kreuzung zu schauen ist dabei wirklich ein wahres Spektakel. Man weiß zunächst garnicht wo soviele Menschen bei jeder Ampelphase herkommen können bis man ein paar Schritte abseits JEDER Kreuzung auf unzählige Einkaufspassagen stößt. Hier gibt es wirklich alles was man sich zum Intensivshoppen wünschen kann. Ich wollte garnicht shoppen und so war ich dem Treiben schnell müde und wollte eigentlich nur noch raus.
Ich wusste in diesen Momenten, dass ich eine Seite Tokyos und wahrscheinlich Japans noch nicht kennengerlertn hatte. Die ganz und gar verrückte nämlich. in Shibuya liefen alle Typen von Menschen rum die man sich vorstellen mag. Tage zuvor in Hiroshima war mir nach einem Baseballspiel noch aufgefallen, dass man nirgends blode Menschen antraf. 5 Minuten in Shibuya konnten dies für die ganzen letzten drei Wochen wieder relativieren. Witzig ist auch, wenn man sonst sehr zurückhaltende Japaner stockbesoffen durch die Menschmassen torkeln sieht, fröhlich ein Lied pfeifend. Vielleicht war es der krasse Gegensatz zu Nikko, aber ich konnte trotz der vielen "Sehenswürdigkeiten" keinen rechten Spaß daran finden und bin dann schnell wieder in die Metro verschwunden. Meine letzte Metrofahrt fiel mir ein, als sich die Türen schlossen.
Und da war es, das Gefühl, dass dieser Urlaub und diese Reise schon wieder zuende ist. Mir fiel in der darauffolgende fahrt bis zum Hostel noch einiges mehr auf, dass ich gerade zum letzten Mal tat. Eine recht traurig schöne Fahrt. Ich weiß ich werde Tokyo und vor Allem Japan vermissen.
Ich will wiederkommen und alles nochmal erleben, aber bis dahin behalte ich ganz besonders die Menschen hier in besonderer Erinnerung. Denn spätestens dann, wenn ich mich an der Kasse und beim Busfahrer nicht mehr verbeugend bedankend verabschiede, werden die Erinnerungen meine einzige Verbindung zu diesem großartigem Gefühl des "wohl-behütet-seins" bleiben, dass ich während des gesamten Abenteuers hatte.
Ich fliege morgen zurück und werde auch nicht mehr viel darüber berichten, wenn alles glatt läuft. Ich bedanke mich fürs Lesen und hoffe auch zumindest einen winzig kleinen Einblick in dieses weit entfernte Land gegeben zu haben.
Vielleicht findet die nächste Reise auch einen Weg in diesen Blog. Wohin es geht? Wenn man mich jetzt fragen würde, natürlich Japan.
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Donnerstag, 30. April 2009
Tag 21 (30.04.2009) - Tokyo, Ueno, Odaiba
Der vorletzte Tag und eigentlich hatte ich große Pläne nach Nikko zu fachren.
Ich habs sogar auch einigermaßen pünktlich aus dem Bett geschafft, dann aber meinen Railpass im Hostel liegen lassen. Als ich dann endlich soweit abreisebereit war, war es schon fast 10 Uhr und mit einer zweistündigen Zugfahrt und der Rückfahrt, gleicher Dauer, kam mir der Tag zumindest für Nikko verloren vor.
Also habe ich mich kurzerhand entschlossen nocheinmal durch Tokyo zu laufen und die Orte, die ich bis dato noch nicht geschafft hab anzuschauen. Dazu gehörten dann Ueno und Odaiba. Zur Krönung habe ich noch Akihabara wiederholt und mir was gekauft. *freu*
In Ueno gibt es einen wunderschönen großen Park, in dem es neben einem See auch einen kleinen Zoo gibt. Es überascht mich immer wieder wie es Tokyo schafft so vielfältig auszusehen. Was einem auf Anhieb auffällt sind die vielen Obdachlosen, die sich besonders in Ueno-koen sammeln. Ich habe vorher bereits gelesen, dass dies insbesondere die Obdachlosen sind, die während der vergangenen (und vielleicht auch aktuellen) Wirtschaftskrisen Japans ihr Hab und Gut verloren haben. Obdachlose Japaner siind auf eine gewisse Art merkwürdig anzuschauen, weil Sie, oder besser gesagt ihre Existenz, nicht dem Bild entsprechen, das man von Japan so gerne wahrnimmt. Dennoch sind sie typisch japanisch; zurückhaltend und möglichst unauffällig.
Da ich mir den Zoo nicht leisten wollte und ich auch nicht straff durch den Park gehen wollte, habe ich den langen Weg außenherum genommen. Dabei bin ich phasenweise soweit "außenherum" gekommen, dass ich garnicht mehr in der Nähe des Parks war. Und auch hier hat mich Tokyo wieder überrascht. Denn direkt in Sichtweite des Parks ragten vermehrt hässlich aussehende Hochhäuser aus dem Stadtbild empor und keine 100m später befand ich mich in Mitten kleiner winziger Straßengeflechte, die durch kleine winzige Häuschen und wunderschönen Vorgärten und Grünflächen begrenzt wurden. Gleichzeitig war die Ecke so Tokyo untypisch ruhig, dass man glatt vergessen konnte, dass man sich in einer der größten Metropolen der Welt befindet.
Nachdem ich den Park hinter mir und ein paar Künstler und Museen links liegen gelassen hatte, stieg ich in Uguisudani wieder in einen Zug der Yamamote Line ein und fuhr nach Shimbashi. Dort gings in eine Toilette, ich musste dringend (was unwichtig, aber für nachfolgendes erklärend ist). Diese Toilette hatte keine Türen und lag direkt an einer der großen Straßen Shimbashis. Das Gefühl war also so, als würde man direkt an die Hauswand ... naja und soweiter. Ich hab ja erklärt wieso das sein musste.
Von Shimbashi gings mit der Yurikamome Lina nach Odaiba. Der Zug fährt fahrerlos über die riesige Rainbow Bridge. Ein genialer Ausblick auf ganz Tokyo und den Hafenbereich. Ich wollte eigentlich einmal um die ganze Insel herumlaufen und dann am Abend die Brücke mit der Stadt im Hintergrund fotografieren, aber ich stieg so ungünstig aus, dass ich an einer Ecke landete, die zwar scheinbar für tausende von Menschen konstruiert und geplant war, aber praktisch an Ermangelung von eben jenen Menschen überschäumte. Vorbei an Schülern die einfrig Tennis lernten und praktisch niemandem sonst, kam ich gegen frühem Nachmittag in "Palette Town" an. "Palette Town" muss man sich als eine Art Einkaufszentrum mit erhöhtem Spaßfaktor vorstellen. Geprägt durcht eiin riesiges "Skywheel" und dem Toyota Mega Web half mir der Komplex zudem mit einem McDonalds über den Mittagshunger. Toyotas sog. Mega Web ist ein riesiges Autohaus mit Wackelkino und und Spielautomaten. Zudem darf man mit Elektroautos um das Gelände fahren und hat auch sonst viel Spaß mit "Autofahren". Ich habs beim Wackelkino belassen und bin dann auf das Skywheel. Naja. Ich war recht angetan und hatte vor Allem Angst vor der Höhe. Sonst hats mich nicht vom Hocker gerissen.
Was mich dagegen sehr begeistert hat war der Sonnenuntergang von Odaiba aus. Ich hab unheimlich viele Fotos gemacht und hätte Stunden dort einfach sitzen und die Sonne langsam hinter der Stadt verschwinden sehen wollen. Ok, hab ich auch gemacht. Ist ja nicht so, dass ich groß weiteres vor hatte.
Nachdem die Sonne untergegangen war und ich alle Fotos gemacht hatte, bin ich zurück in die Stadt und hab noch einen kurzen Stop in Akihabara gemacht. Dort habe ich mir endlich ein neues Objektiv gekauft. Naja und während ich das hier alles schreibe, erzähle ich einer spanischen Gruppe dass sie sich den Sonnenuntergang auch unbedingt anschauen müssen. Ich glaube ich habe alle Pläne damit durcheinander gebracht, denn spanische Frauen diskutieren gleich neben mir so lautstark, dass ich Probleme habe weiterzuschrieben.
Aber das ist eigentlich auch eine gute elegenheit, diesen inzwischen überlangen Tagesbericht zu beende und ins Bett zu gehen. Immerhin will ich ja morgen endlich früh raus und nach Nikko.
Esta bien ;o)
Ciao
Ich habs sogar auch einigermaßen pünktlich aus dem Bett geschafft, dann aber meinen Railpass im Hostel liegen lassen. Als ich dann endlich soweit abreisebereit war, war es schon fast 10 Uhr und mit einer zweistündigen Zugfahrt und der Rückfahrt, gleicher Dauer, kam mir der Tag zumindest für Nikko verloren vor.
Also habe ich mich kurzerhand entschlossen nocheinmal durch Tokyo zu laufen und die Orte, die ich bis dato noch nicht geschafft hab anzuschauen. Dazu gehörten dann Ueno und Odaiba. Zur Krönung habe ich noch Akihabara wiederholt und mir was gekauft. *freu*
In Ueno gibt es einen wunderschönen großen Park, in dem es neben einem See auch einen kleinen Zoo gibt. Es überascht mich immer wieder wie es Tokyo schafft so vielfältig auszusehen. Was einem auf Anhieb auffällt sind die vielen Obdachlosen, die sich besonders in Ueno-koen sammeln. Ich habe vorher bereits gelesen, dass dies insbesondere die Obdachlosen sind, die während der vergangenen (und vielleicht auch aktuellen) Wirtschaftskrisen Japans ihr Hab und Gut verloren haben. Obdachlose Japaner siind auf eine gewisse Art merkwürdig anzuschauen, weil Sie, oder besser gesagt ihre Existenz, nicht dem Bild entsprechen, das man von Japan so gerne wahrnimmt. Dennoch sind sie typisch japanisch; zurückhaltend und möglichst unauffällig.
Da ich mir den Zoo nicht leisten wollte und ich auch nicht straff durch den Park gehen wollte, habe ich den langen Weg außenherum genommen. Dabei bin ich phasenweise soweit "außenherum" gekommen, dass ich garnicht mehr in der Nähe des Parks war. Und auch hier hat mich Tokyo wieder überrascht. Denn direkt in Sichtweite des Parks ragten vermehrt hässlich aussehende Hochhäuser aus dem Stadtbild empor und keine 100m später befand ich mich in Mitten kleiner winziger Straßengeflechte, die durch kleine winzige Häuschen und wunderschönen Vorgärten und Grünflächen begrenzt wurden. Gleichzeitig war die Ecke so Tokyo untypisch ruhig, dass man glatt vergessen konnte, dass man sich in einer der größten Metropolen der Welt befindet.
Nachdem ich den Park hinter mir und ein paar Künstler und Museen links liegen gelassen hatte, stieg ich in Uguisudani wieder in einen Zug der Yamamote Line ein und fuhr nach Shimbashi. Dort gings in eine Toilette, ich musste dringend (was unwichtig, aber für nachfolgendes erklärend ist). Diese Toilette hatte keine Türen und lag direkt an einer der großen Straßen Shimbashis. Das Gefühl war also so, als würde man direkt an die Hauswand ... naja und soweiter. Ich hab ja erklärt wieso das sein musste.
Von Shimbashi gings mit der Yurikamome Lina nach Odaiba. Der Zug fährt fahrerlos über die riesige Rainbow Bridge. Ein genialer Ausblick auf ganz Tokyo und den Hafenbereich. Ich wollte eigentlich einmal um die ganze Insel herumlaufen und dann am Abend die Brücke mit der Stadt im Hintergrund fotografieren, aber ich stieg so ungünstig aus, dass ich an einer Ecke landete, die zwar scheinbar für tausende von Menschen konstruiert und geplant war, aber praktisch an Ermangelung von eben jenen Menschen überschäumte. Vorbei an Schülern die einfrig Tennis lernten und praktisch niemandem sonst, kam ich gegen frühem Nachmittag in "Palette Town" an. "Palette Town" muss man sich als eine Art Einkaufszentrum mit erhöhtem Spaßfaktor vorstellen. Geprägt durcht eiin riesiges "Skywheel" und dem Toyota Mega Web half mir der Komplex zudem mit einem McDonalds über den Mittagshunger. Toyotas sog. Mega Web ist ein riesiges Autohaus mit Wackelkino und und Spielautomaten. Zudem darf man mit Elektroautos um das Gelände fahren und hat auch sonst viel Spaß mit "Autofahren". Ich habs beim Wackelkino belassen und bin dann auf das Skywheel. Naja. Ich war recht angetan und hatte vor Allem Angst vor der Höhe. Sonst hats mich nicht vom Hocker gerissen.
Was mich dagegen sehr begeistert hat war der Sonnenuntergang von Odaiba aus. Ich hab unheimlich viele Fotos gemacht und hätte Stunden dort einfach sitzen und die Sonne langsam hinter der Stadt verschwinden sehen wollen. Ok, hab ich auch gemacht. Ist ja nicht so, dass ich groß weiteres vor hatte.
Nachdem die Sonne untergegangen war und ich alle Fotos gemacht hatte, bin ich zurück in die Stadt und hab noch einen kurzen Stop in Akihabara gemacht. Dort habe ich mir endlich ein neues Objektiv gekauft. Naja und während ich das hier alles schreibe, erzähle ich einer spanischen Gruppe dass sie sich den Sonnenuntergang auch unbedingt anschauen müssen. Ich glaube ich habe alle Pläne damit durcheinander gebracht, denn spanische Frauen diskutieren gleich neben mir so lautstark, dass ich Probleme habe weiterzuschrieben.
Aber das ist eigentlich auch eine gute elegenheit, diesen inzwischen überlangen Tagesbericht zu beende und ins Bett zu gehen. Immerhin will ich ja morgen endlich früh raus und nach Nikko.
Esta bien ;o)
Ciao
Sonntag, 26. April 2009
letzte Woche
Kaum zu glauben, aber in diesen Minuten des Erwachens beginnt schon wieder die letzte Woche dieser Reise. Allmählich kommt ein wenig Wehmut auf, aber ich freue mich auch sehr auf die kommenden Tage.
Hier mein Plan.
Ich werde heute Vormittag endlich Okonomiyaki essen. Masa von J-Hoppers wird mir dabei die Feinheiten der japanischen Essgewohnheiten nahe bringen. Freu mich schon. Anschließend geht es für 2 Nächte nach Beppu und Umgebung. Hier erwarten mich laut Lonely Planet viele, viele Onsen. Am Mittwoch geht es dann wieder zurück nach Tokyo. Hier sind dann noch zwei Tagesausflüge nach Hakone und Nikko geplant. Und am Samstag geht es dann zurück gen Heimat.
Auf geht's.
Hier mein Plan.
Ich werde heute Vormittag endlich Okonomiyaki essen. Masa von J-Hoppers wird mir dabei die Feinheiten der japanischen Essgewohnheiten nahe bringen. Freu mich schon. Anschließend geht es für 2 Nächte nach Beppu und Umgebung. Hier erwarten mich laut Lonely Planet viele, viele Onsen. Am Mittwoch geht es dann wieder zurück nach Tokyo. Hier sind dann noch zwei Tagesausflüge nach Hakone und Nikko geplant. Und am Samstag geht es dann zurück gen Heimat.
Auf geht's.
Donnerstag, 16. April 2009
Tag 6 & 7 (15. & 16.04.2009) - Tokyo, von Tokyo nach Takayama
Hallo aus Takayama
Es ist schon wieder ein Tag vorüber von dieser großartigen Reise.
Ich befinde mich gerade liegend auf Tatami Matten, einem Futonbett darüber und das ganze innerhalb eines japanischen Tempels. Ich kann glaub ich heute Nacht nicht schlafen, so cool find ich das.
Aber ich versuch das mal chronologisch zu erzählen.
Vorgestern ist in Tokyo ein Hamburger aufgetaucht, der auch schon in Takayama gewesen ist und der hat mir von diesem Tempel erzählt. Gestern wollte ich eigentlich mit ihm durch Tokyo ziehen, aber Hamburger schlafen für gewöhnlich länger, wenn Sie die ganze Nacht mit Franzosen im Gemeinschaftsraum hocken und lachen und singen und was weiß ich nicht alles, weil ich ja geschlafen hab.
Also bin ich gestern allein in Ikebukuro und Shinjuku gewesen. Diese Stadt raubt einem einfach den Atem. Teils wegen der furchtbar stickigen Luft und zum Großteil einfach wegen der Größe und Vielfältigkeit der ganzen Stadt.
In Ikebukuro bin ich 240 Meter über Tokyo aus einem Fahrstuhl des Sunshine 60 Skyscrapers ausgestiegen und hab mir die Stadt endlich einmal von weiter oben anschauen können. Atemberaubend! Innerhalb der Sunshine City konnte man herrlich shoppen, was ich natürlich vermieden habe. Aber auch außerhalb des Gebäudekomplexes fanden sich viele DVD und Animate Shops sowie riesige Spielhallen und Book off Shops. Ich wollte ja eigentlich nicht shoppen, aber die Japaner haben eine regelrechte Shoppingkultur, die ich nicht verpassen wollte. Gekauft habe ich bis dato übrigens noch nichts und das ist in Tokyo furchtbar, furchtbar schwer. Ich bin stolz auf mich.
Danach gings wie gesagt nach Shinjuku. Bin aus dem Bahnhof gleich mal in den Red Light District gefallen. War aber nett. Mehr sag ich nicht. Die ganze Gegend wird ja gern als kleines Tokyo beschrieben, weil man hier wohl alles finden kann, was Tokyo ausmacht. Ich weiß nur, dass Tokyo unglaublich schwer in Worte zu fassen ist. Es gibt alles und nichts, legales und absolut illegales, Sauberkeit und Dreck, Ordnung und Chaos sowie alles kleine und alles große. Ich weiß nicht genau wo Shinjuku dort reinpasst, aber ich hab dort die wohl längste Rolltreppe ever gesehen und die wohl dichteste Ansammlung von Kinos auf der ganzen Welt.
Leider hat es mich dann am Abend erwischt. Offenbar war ich zu lange in der prallen Sonne und so musste ich mich am Abend früh zu Bett begeben. Kurz vorher konnte ich noch meine letzten Geldprobleme entgültig lösen und dann war heute.
Heute bin ich früh aus dem Bett und gleich zum Bahnhof Tokyo. Ich find ja Subway fahren in Tokyo inzwischen richtig klasse, aber das kann man nur verstehen, wenn man es selber einmal getan hat.
Mit dem Shinkansen bin ich innerhalb von 2 Stunden in Nagoya gewesen. Auch Shinkansen fahren macht Spaß, denn Shinkansen sind ordentlich, sauber, bequem, bieten viel Beinfreiheit und sie sind obendrein noch wahnsinnig schnell. 280 km/h! Und man merkt nichts davon.
Von Nagoya aus, Aufenthalt war zu kurz um mir die viertgrößte Stadt Japans anzuschauen, gings mit nem Ltd. Express nach Takayama. Mitten durch die japanischen Alpen. Eine wunderschöne Strecke, die ich in vielen Bildern festhalten konnte. In Takayama angekommen bin ich gleich zum Tempel, der nur 5 Minuten vom Bahnhof entfernt liegt. Glücklicherweise habe ich noch einen Raum bekommen und der ist echt ein Traum. Tatami Matten, Futon Bett, keine Schuhe anhaben dürfen. Ich schwebe vor Glück. Da es noch etwas früh war, um schon gleich mit dem "Auf-dem-genialen-Futonbett-schlafen" zu beginnen, hab ich noch einen kurzen Streifzug durch die Stadt unternommen. Mir wieder ein paar lustige Leckereien in dem letzten noch offenen Supermarkt gekauft und bin dann an einer sehr wunderschönen Szene vorbeigekommen, die ich zunächst nur kurz fotografieren wollte. Ein Fluß, darüber eine leuchtend rote Holzbrücke. An der linken Uferseite tief hängende kräftig blühende Kirschbäume und auf der rechten Seite alte japanische Holzhäuser. Ich hab mich dann direkt ans Ufer gesetzt und Langzeitbelichtungen für ca. ne Stunde gemacht, dabei Enten gefüttert und einfach meinen Urlaub genossen.
Als es dann zu dunkel wurde, bin ich zurück zum Tempel und habe meine Pläne für morgen gemacht. Dann noch ein paar Zimmernachbarn und Nachbarinnen kennengelernt und liege jetzt hier vermutlich noch als letzter wach und schreibe diesen Text zuende. Woher ich weiß, dass ich womöglich der letzte wache hier bin? Dieser Tempel hat zum Großteil Papierwände.
Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, aber ich habe jetzt nicht mehr die Muße, den Text noch einmal zu überprüfen.
O Yasuminasai aus Takayama
Matze
Es ist schon wieder ein Tag vorüber von dieser großartigen Reise.
Ich befinde mich gerade liegend auf Tatami Matten, einem Futonbett darüber und das ganze innerhalb eines japanischen Tempels. Ich kann glaub ich heute Nacht nicht schlafen, so cool find ich das.
Aber ich versuch das mal chronologisch zu erzählen.
Vorgestern ist in Tokyo ein Hamburger aufgetaucht, der auch schon in Takayama gewesen ist und der hat mir von diesem Tempel erzählt. Gestern wollte ich eigentlich mit ihm durch Tokyo ziehen, aber Hamburger schlafen für gewöhnlich länger, wenn Sie die ganze Nacht mit Franzosen im Gemeinschaftsraum hocken und lachen und singen und was weiß ich nicht alles, weil ich ja geschlafen hab.
Also bin ich gestern allein in Ikebukuro und Shinjuku gewesen. Diese Stadt raubt einem einfach den Atem. Teils wegen der furchtbar stickigen Luft und zum Großteil einfach wegen der Größe und Vielfältigkeit der ganzen Stadt.
In Ikebukuro bin ich 240 Meter über Tokyo aus einem Fahrstuhl des Sunshine 60 Skyscrapers ausgestiegen und hab mir die Stadt endlich einmal von weiter oben anschauen können. Atemberaubend! Innerhalb der Sunshine City konnte man herrlich shoppen, was ich natürlich vermieden habe. Aber auch außerhalb des Gebäudekomplexes fanden sich viele DVD und Animate Shops sowie riesige Spielhallen und Book off Shops. Ich wollte ja eigentlich nicht shoppen, aber die Japaner haben eine regelrechte Shoppingkultur, die ich nicht verpassen wollte. Gekauft habe ich bis dato übrigens noch nichts und das ist in Tokyo furchtbar, furchtbar schwer. Ich bin stolz auf mich.
Danach gings wie gesagt nach Shinjuku. Bin aus dem Bahnhof gleich mal in den Red Light District gefallen. War aber nett. Mehr sag ich nicht. Die ganze Gegend wird ja gern als kleines Tokyo beschrieben, weil man hier wohl alles finden kann, was Tokyo ausmacht. Ich weiß nur, dass Tokyo unglaublich schwer in Worte zu fassen ist. Es gibt alles und nichts, legales und absolut illegales, Sauberkeit und Dreck, Ordnung und Chaos sowie alles kleine und alles große. Ich weiß nicht genau wo Shinjuku dort reinpasst, aber ich hab dort die wohl längste Rolltreppe ever gesehen und die wohl dichteste Ansammlung von Kinos auf der ganzen Welt.
Leider hat es mich dann am Abend erwischt. Offenbar war ich zu lange in der prallen Sonne und so musste ich mich am Abend früh zu Bett begeben. Kurz vorher konnte ich noch meine letzten Geldprobleme entgültig lösen und dann war heute.
Heute bin ich früh aus dem Bett und gleich zum Bahnhof Tokyo. Ich find ja Subway fahren in Tokyo inzwischen richtig klasse, aber das kann man nur verstehen, wenn man es selber einmal getan hat.
Mit dem Shinkansen bin ich innerhalb von 2 Stunden in Nagoya gewesen. Auch Shinkansen fahren macht Spaß, denn Shinkansen sind ordentlich, sauber, bequem, bieten viel Beinfreiheit und sie sind obendrein noch wahnsinnig schnell. 280 km/h! Und man merkt nichts davon.
Von Nagoya aus, Aufenthalt war zu kurz um mir die viertgrößte Stadt Japans anzuschauen, gings mit nem Ltd. Express nach Takayama. Mitten durch die japanischen Alpen. Eine wunderschöne Strecke, die ich in vielen Bildern festhalten konnte. In Takayama angekommen bin ich gleich zum Tempel, der nur 5 Minuten vom Bahnhof entfernt liegt. Glücklicherweise habe ich noch einen Raum bekommen und der ist echt ein Traum. Tatami Matten, Futon Bett, keine Schuhe anhaben dürfen. Ich schwebe vor Glück. Da es noch etwas früh war, um schon gleich mit dem "Auf-dem-genialen-Futonbett-schlafen" zu beginnen, hab ich noch einen kurzen Streifzug durch die Stadt unternommen. Mir wieder ein paar lustige Leckereien in dem letzten noch offenen Supermarkt gekauft und bin dann an einer sehr wunderschönen Szene vorbeigekommen, die ich zunächst nur kurz fotografieren wollte. Ein Fluß, darüber eine leuchtend rote Holzbrücke. An der linken Uferseite tief hängende kräftig blühende Kirschbäume und auf der rechten Seite alte japanische Holzhäuser. Ich hab mich dann direkt ans Ufer gesetzt und Langzeitbelichtungen für ca. ne Stunde gemacht, dabei Enten gefüttert und einfach meinen Urlaub genossen.
Als es dann zu dunkel wurde, bin ich zurück zum Tempel und habe meine Pläne für morgen gemacht. Dann noch ein paar Zimmernachbarn und Nachbarinnen kennengelernt und liege jetzt hier vermutlich noch als letzter wach und schreibe diesen Text zuende. Woher ich weiß, dass ich womöglich der letzte wache hier bin? Dieser Tempel hat zum Großteil Papierwände.
Ich bitte die Rechtschreibfehler zu entschuldigen, aber ich habe jetzt nicht mehr die Muße, den Text noch einmal zu überprüfen.
O Yasuminasai aus Takayama
Matze
Samstag, 11. April 2009
Mitten in der Nacht
Jetzt ists ungefähr halb 11 hier und in Deutschland 15.30 Uhr und ich bin gerade aufgewacht. Ich habe das Gefühl, dass ich momentan gut in die Zeitzone um Nordamerike passse, aber nicht hierher.
Ich werde jetzt versuchen duschen zu gehen und dann noch bis morgen früh zu schlafen. das Zimmer ist heute Abend voll. Zwei Buben aus Kanada die offenbar versuchen alles mögliche zu essen, was sie nicht kennen. Ich darf mitessen oder -kosten und mache auf diesem Weg meine ersten Erfahrungen mit Kitkat Melone und grüner Tee Pringles. Ich werd wohl noch eine Zeit lang brauchen all das hier zu begreifen.
Die WLAN Erreichbarkeit ist glücklicherweise auch in meinem Bett sehr gut, so dass ich dieses noch nicht einmal verlassen muss. Ich schlafe im Hochbett oben und habe ein Liveblick runter auf die Straße. Die Straße im Übrigen auch auf mich, aber das ist momentan nicht so wichtig. Im Zimmer sind zwei weitere Menschen, die ich noch nicht kenne. Allgemein hängen hier sehr viele Leute im Hostel rum. den ganzen Tag lang. Und spielen Spiele und Essen und schlafen. Aber die meisten hocken die ganze Zeit vorm Rechner. Vielleicht ist diese Stadt ja so touristenfreundlich, dass man sie sogar am Rechner erkunden kann. Ich glaube ich sollte morgen einfach losgehen und schauen wohin es mich in der Stadt spült.
Soviel also zum ersten vollständigen Tag in Tokyo.
Gute Nacht
Ich werde jetzt versuchen duschen zu gehen und dann noch bis morgen früh zu schlafen. das Zimmer ist heute Abend voll. Zwei Buben aus Kanada die offenbar versuchen alles mögliche zu essen, was sie nicht kennen. Ich darf mitessen oder -kosten und mache auf diesem Weg meine ersten Erfahrungen mit Kitkat Melone und grüner Tee Pringles. Ich werd wohl noch eine Zeit lang brauchen all das hier zu begreifen.
Die WLAN Erreichbarkeit ist glücklicherweise auch in meinem Bett sehr gut, so dass ich dieses noch nicht einmal verlassen muss. Ich schlafe im Hochbett oben und habe ein Liveblick runter auf die Straße. Die Straße im Übrigen auch auf mich, aber das ist momentan nicht so wichtig. Im Zimmer sind zwei weitere Menschen, die ich noch nicht kenne. Allgemein hängen hier sehr viele Leute im Hostel rum. den ganzen Tag lang. Und spielen Spiele und Essen und schlafen. Aber die meisten hocken die ganze Zeit vorm Rechner. Vielleicht ist diese Stadt ja so touristenfreundlich, dass man sie sogar am Rechner erkunden kann. Ich glaube ich sollte morgen einfach losgehen und schauen wohin es mich in der Stadt spült.
Soviel also zum ersten vollständigen Tag in Tokyo.
Gute Nacht
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