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Donnerstag, 30. April 2009

Tag 21 (30.04.2009) - Tokyo, Ueno, Odaiba

Der vorletzte Tag und eigentlich hatte ich große Pläne nach Nikko zu fachren.

Ich habs sogar auch einigermaßen pünktlich aus dem Bett geschafft, dann aber meinen Railpass im Hostel liegen lassen. Als ich dann endlich soweit abreisebereit war, war es schon fast 10 Uhr und mit einer zweistündigen Zugfahrt und der Rückfahrt, gleicher Dauer, kam mir der Tag zumindest für Nikko verloren vor.

Also habe ich mich kurzerhand entschlossen nocheinmal durch Tokyo zu laufen und die Orte, die ich bis dato noch nicht geschafft hab anzuschauen. Dazu gehörten dann Ueno und Odaiba. Zur Krönung habe ich noch Akihabara wiederholt und mir was gekauft. *freu*

In Ueno gibt es einen wunderschönen großen Park, in dem es neben einem See auch einen kleinen Zoo gibt. Es überascht mich immer wieder wie es Tokyo schafft so vielfältig auszusehen. Was einem auf Anhieb auffällt sind die vielen Obdachlosen, die sich besonders in Ueno-koen sammeln. Ich habe vorher bereits gelesen, dass dies insbesondere die Obdachlosen sind, die während der vergangenen (und vielleicht auch aktuellen) Wirtschaftskrisen Japans ihr Hab und Gut verloren haben. Obdachlose Japaner siind auf eine gewisse Art merkwürdig anzuschauen, weil Sie, oder besser gesagt ihre Existenz, nicht dem Bild entsprechen, das man von Japan so gerne wahrnimmt. Dennoch sind sie typisch japanisch; zurückhaltend und möglichst unauffällig.

Da ich mir den Zoo nicht leisten wollte und ich auch nicht straff durch den Park gehen wollte, habe ich den langen Weg außenherum genommen. Dabei bin ich phasenweise soweit "außenherum" gekommen, dass ich garnicht mehr in der Nähe des Parks war. Und auch hier hat mich Tokyo wieder überrascht. Denn direkt in Sichtweite des Parks ragten vermehrt hässlich aussehende Hochhäuser aus dem Stadtbild empor und keine 100m später befand ich mich in Mitten kleiner winziger Straßengeflechte, die durch kleine winzige Häuschen und wunderschönen Vorgärten und Grünflächen begrenzt wurden. Gleichzeitig war die Ecke so Tokyo untypisch ruhig, dass man glatt vergessen konnte, dass man sich in einer der größten Metropolen der Welt befindet.

Nachdem ich den Park hinter mir und ein paar Künstler und Museen links liegen gelassen hatte, stieg ich in Uguisudani wieder in einen Zug der Yamamote Line ein und fuhr nach Shimbashi. Dort gings in eine Toilette, ich musste dringend (was unwichtig, aber für nachfolgendes erklärend ist). Diese Toilette hatte keine Türen und lag direkt an einer der großen Straßen Shimbashis. Das Gefühl war also so, als würde man direkt an die Hauswand ... naja und soweiter. Ich hab ja erklärt wieso das sein musste.

Von Shimbashi gings mit der Yurikamome Lina nach Odaiba. Der Zug fährt fahrerlos über die riesige Rainbow Bridge. Ein genialer Ausblick auf ganz Tokyo und den Hafenbereich. Ich wollte eigentlich einmal um die ganze Insel herumlaufen und dann am Abend die Brücke mit der Stadt im Hintergrund fotografieren, aber ich stieg so ungünstig aus, dass ich an einer Ecke landete, die zwar scheinbar für tausende von Menschen konstruiert und geplant war, aber praktisch an Ermangelung von eben jenen Menschen überschäumte. Vorbei an Schülern die einfrig Tennis lernten und praktisch niemandem sonst, kam ich gegen frühem Nachmittag in "Palette Town" an. "Palette Town" muss man sich als eine Art Einkaufszentrum mit erhöhtem Spaßfaktor vorstellen. Geprägt durcht eiin riesiges "Skywheel" und dem Toyota Mega Web half mir der Komplex zudem mit einem McDonalds über den Mittagshunger. Toyotas sog. Mega Web ist ein riesiges Autohaus mit Wackelkino und und Spielautomaten. Zudem darf man mit Elektroautos um das Gelände fahren und hat auch sonst viel Spaß mit "Autofahren". Ich habs beim Wackelkino belassen und bin dann auf das Skywheel. Naja. Ich war recht angetan und hatte vor Allem Angst vor der Höhe. Sonst hats mich nicht vom Hocker gerissen.

Was mich dagegen sehr begeistert hat war der Sonnenuntergang von Odaiba aus. Ich hab unheimlich viele Fotos gemacht und hätte Stunden dort einfach sitzen und die Sonne langsam hinter der Stadt verschwinden sehen wollen. Ok, hab ich auch gemacht. Ist ja nicht so, dass ich groß weiteres vor hatte.

Nachdem die Sonne untergegangen war und ich alle Fotos gemacht hatte, bin ich zurück in die Stadt und hab noch einen kurzen Stop in Akihabara gemacht. Dort habe ich mir endlich ein neues Objektiv gekauft. Naja und während ich das hier alles schreibe, erzähle ich einer spanischen Gruppe dass sie sich den Sonnenuntergang auch unbedingt anschauen müssen. Ich glaube ich habe alle Pläne damit durcheinander gebracht, denn spanische Frauen diskutieren gleich neben mir so lautstark, dass ich Probleme habe weiterzuschrieben.

Aber das ist eigentlich auch eine gute elegenheit, diesen inzwischen überlangen Tagesbericht zu beende und ins Bett zu gehen. Immerhin will ich ja morgen endlich früh raus und nach Nikko.

Esta bien ;o)
Ciao