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Samstag, 25. April 2009

Tag 12 (21.04.2009) - Nara

Nara.

Endlich einmal raus aus der Großstadt und rein ... ja rein in eine Großstadt. Auf den ersten Blick Pustekuchen, von wegen alte kleine Hauptsadt mit weiten grünen Parkanlagen und Tempeln.

Aber ich habe inzwischen festgestellt, dass dies in fast jeder japanischen Stadt so ist. Wenn man mit dem Zug am Bahnhof anlangt, sieht man erst einmal nur Kaufhäuser, Shopping Malls und viele, viele Menschen.

Nicht anders war das in Nara.

Nach ein paar hundert Metern in die Stadt rein gings erst einmal rein in die Touristeninformation. Hier hab ich eine nette Frau kennengelernt. Nachdem Sie mir eine Karte von Nara gegeben hatte, fing Sie an mich zu fragen wo ich denn herkäme usw. Mit "Deutschland" (natürlich auf engl.) antwortend bekam ich als Antwort, dass Sie das schön fände, weil sie ja Holland so gern habe und wie schön es dort sei, mit all den Blumen und den Holländern und dem Meer usw. Nein, wirklich ich fand das total nett, allein mir fehlte jeder Ansatz ihr vom schönen Holland zu erzählen. Währenddessen sie erzählte hatte ich jedoch genug Zeit nachzudenken und dabei stellte ich fest, dass ich keinen Schirm dabei hatte. Deshalb fragte ich sie, ob es denn in dem Park auch Möglichkeiten zum unterstellen gäbe und sie meinte das wäre kein Problem, entschied sich jedoch kurzerhand anders und lieh mir einfach ihren eigenen Regenschirm. Ich weiß inzwischen, dass man gegen soviel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in Japan nichts ausrichten kann und hab ihn dankend entgegengenommen. Eine gute Entscheidung wie sich später noch rausstellte.

Ich also mit meinem schönen Eisbecherregenschirmchen (Anspielung auf die Größe des riesigen Regenschirms, den kleine japanische Frauen mit sich tragen, wenn sie ihn nicht gerade an große deutsche, nichts mit Holland verbindende, Touristen ausleihen) unterwegs in Nara und es beginnt zu schütten. Der Schirm war zwar eine große Hilfe, aber ich musste mich dennoch entscheiden, welche Seite nass und welche trocken bleiben sollte. Um dem Regen zu entkommen hab ich mich dann nach einer Viertelstunde unter dem Vordach eines Tempels gesetzt und gewartet.

Den Tempel umströmten zu diesem Zeitpuntk eine Unzahl von kleinen Kindern und ganzen Klassenverbänden. Ein wunderbares Schauspiel. Besonders kleine Jungs sind immer hellauf begeistert, wenn Sie durch die vielen Pfützen stapfen. Interessant ist auch, dass man als Europäer bzw. erkennbar nicht mongoloider Mensch gern auch mal mit füchzigtausendmaligem "Hello" gegrüßt wird. Ich kannte das bis dato nicht und war einfach nur vergnügt. Zweimal jedoch konnte ich mich etwas älteren Mädchen kurz auf englisch unterhalten und wurde dann gefragt, ob ich meinen Namen auf einen Zettel schreiben könne. Ein Autogramm!!! Wofür???? Keine Ahnung, aber ... ein Autogramm!!! Nein ehrlich, es ist eine sehr bizarre Situation seinen eigenen Namen auf einem knallgelben Stück Blatt Papier zu schreiben und es dann zwei wild kichernden kleinen Mädchen zu überlassen. Unvergesslich.

Nachdem der Regen aufgehört hatte bin ich dann der Route durch den Park gefolgt und habe mir weitere Tempel angeschaut und die vielen Rehe und Hirsche, die in Nara frei rumlaufen, fotografiert und bin dem überall zu findendem Kot ausgewichen. Nara ist eine sehr schöne und grüne Stadt, dort wo die Tempel sind und nachdem ich den Regenschirm in der Touristeninformation abgegeben hatte bin ich wieder zurück zum Bahnhof und nach Kyoto.

Mehr details will ich jetzt aus Zeitgründen nicht ausplaudern und so bleibt ja auch noch was zu erzählen.