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Sonntag, 12. April 2009

Tag 2 1/2 (12.04.2009)

Leider läuft hier nichts wie gewollt.

Ich hatte zwar heute schon ein paar schöne Einblicke in diese fremde Kultur, aber mein Geldproblem konnte ich noch immer nicht lösen. ich hätte mir doch vorher ein paar Einblicke verschaffen sollen, denn Kreditkarte ist hier nicht gleich Kreditkarte. Offenbar gibt es nur ausgewählte Automaten an denen man Geld abheben kann. Es ist einfach grausam. Aber ich kanns momentan nicht ändern, da heute zum Glück auch noch Sonntag ist.

Ich hab mir dafür aber heute mal den Stadtteil Asakusa angeschaut. Zumindest den Teil, der für Touristen spannend zu sein scheint. Denn in Tokyo einen Stadtteil anzuschauen, geht nicht mal eben so. Ich weiß noch wie ich das erste Mal dachte wie schmal der hier angrenzende Fluss / Kanal ist und als ich heute dort war schien mir nichts mehr schmal.

Ich muss aber gestehen, dass ich mich in diese Stadt auf keinen Fall werde verlieben können, denn mir ists zu laut und zu eng. Die Menschen hier sind super freundlich auch wenn sie keine Rücksicht darauf nehmen wo sie hinlaufen oder -fahren. Heute haben mich zwei Teenager angesprochen. Sie haben mich gefragt, ob ich ein wenig mit Ihnen Englisch sprechen könnte, da sie Englischunterricht in der Schule haben, aber keine richtige Zeit finden miteinander Englisch zu sprechen. Sie wollten mir dafür die Stadt zeigen. Ich wusste nicht so recht wie ich darauf antworten sollte. Schließlich ist mein Englisch ja nicht gerade der Burner*. Da sie mir nicht weiterhelfen konnten, was eine VISA taugliche Bank angeht, habe ich mich nach kurzer Erklärung verneigt und Sayonara gesagt. Die Idee der beiden fand ich auf jeden Fall genial. Vielleicht laufe ich morgen noch einmal vorbei, ohne Geldsorgen und lasse mich führen. Aber morgen ist Montag. Wird wohl nix.

Ich hab jetzt noch einmal mit meinen Zimmergenossen gesprochen. Offenbar bin ich nicht der Einzige mit Problemen am Geldautomaten. Hier haben wohl alle das sonderbare Verhalten kennengelernt. Kreditkarten funktionieren wohl in 1 von 10 Fällen. Dickes Minus für Japan.

Ich werde jetzt einfach nicht darüber nachdenken und morgen noch einmal versuchen an Geld zu kommen.

In Asakusa gibt es einen Schrein und viele kleine Geschäfte. Wobei hier alles klein ist und und mit klein also "noch kleiner" gemeint ist. Ich kann hier an jeder Eingangstür stecken bleiben. Die Japaner dagegen haben keine Problem. Ein Vorteil allerdings ist, dass ich problemlos Fotos machen kann, ohne dass mir Leute vor die Kamera laufen. Um Menschen zu fotografieren müsste ich sogar nach unter schauen ;o) ... nein, aber hier ist wirklich alles klein was laufen kann.

Der Schrein jedenfalls ist nicht klein. Sehr beeindruckend groß sogar. Japaner und interessierte zahlen 100 yen um an Blechbüchsen zu rütteln. Aus diesen fischen Sie dann Bleistift ähnliche Gegenstände auf denen wiederum Schriftzeichen zu finden sind. Diese weisen auf eine Schublade hin, aus der man sich so etwas wie ein Formular nimmt. Auf diesem muss dann irgendetwas tolles stehen. Denn jeder war amüsiert was dort zu lesen war. Ich habs nicht ausprobiert und mich auch nicht an jemanden gewand, der mir das erklären könnte. Da ich an solchen Horoskop- und anderen Glückskram nicht glaube. Überhaupt scheint der Besuch eines Schreins zum Großteil mit dem Ausgeben von Geld zu tun zu haben. Überall wurde ein 100 Yen Stück eingeschmissen oder noch aus der dritten Reihe geworfen. Dafür war Fotos machen vollkommen gratis.

Leider sind die Kirschblüten jetzt doch schon fast gänzlich vom Baum runtergefallen. Hätte das mit dem Geld gleich geklappt und wäre ich am ersten Tag nicht so müde gewesen, hätte ich bestimmt noch mehr sehen können. Bisher klappt hier also nicht wirklich viel von dem was ich mir vorgenommen habe. Bloß gut, dass ich eine Unterkunft habe, die ich illustrer Weise mit meiner Kreditkarte bezahlen kann.

Wenn ich Morgen endlich mein Geld bekommen sollte, dann werde ich mich nach GINZA aufmachen und auch noch den Imperial Palace anschauen. Meine Unterkunft für die letzten Tage vor meiner Abreise werde ich auch versuchen hier zu halten, denn eines habe ich doch in dieser großen Stadt zu schätzen gelernt: Dass der Internetzugang im Sakura Hostel vollkommen kostenlos ist.



*ein sonst von mir nicht verwendetes Wort, aber ich habs jetzt einmal probiert, werde es nun aber nicht mehr verwenden, da es nicht eben der Burner ist. ;o)